Wie sehen Sie denn aus?

... mit Daniel Usher

Eine typische Berufskleidung gibt es für Restauratoren nicht. Jedes Objekt ist anders und wir können nie nach "Schema F" arbeiten. Unsere Devise lautet, so weit wie nötig und so wenig wie möglich in das Objekt einzugreifen, um es auszuwerten, lagern und präsentieren zu können. Und so flexibel wie unsere Herangehensweise ist auch unsere Kleidung. Sehr oft tragen wir eine Schürze oder einen Kittel, um unsere Alltagskleidung zu schützen. Dann kommen noch Handschuhe dazu. Gerade, wenn man Objekte mit Sandstrahlen reinigt, ist es sehr sinnvoll, welche zu tragen, weil das Strahlgut die Haut schädigen kann. Zu unserer PSA, der persönlichen Schutzausrüstung, gehören auch eine Atemschutzmaske und Gehörschutz. Der wird von Vielen Micky Maus genannt, weil man damit wie eine Comicfigur aussieht. Einige Kollegen bringen sich für Arbeiten an der lauten Staubabsauganlage aber auch Hörbücher mit. Mit Kopfhörern ist das Gehör geschützt und man bildet sich gleichzeitig weiter.

R. Müller / RGZM Töpferschürze? Zahnarztwerkzeug? Benutzt wird, was dem Objekt nutzt.

Bei der Restaurierung wird oft sehr statisch gearbeitet, das heißt, wir bewegen uns zu wenig. Gerade die Arbeit am Mikroskop kann ermüdend sein. Außerdem ist die Sitzhaltung oft nicht sehr ergonomisch.Wenn dann die Werkstatt recht kühl ist, werden die Hände klamm und man kann nicht mehr präzise arbeiten. Deswegen sorgen wir dafür, dass die Raumtemperatur angenehm warm ist.

Während unseres Studiums durchlaufen wir nach und nach die verschiedenen Werkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, die nach Materialgruppen unterteilt sind. Natürlich bekommt man von Kollegen immer wieder Tipps, welches Werkzeug im speziellen Fall hilfreich sein kann. Aus der Dentalmedizin leihen wir uns zum Beispiel Mikromotoren, Ultraschall, Sandstrahlgeräte und sehr kleine Werkzeuge. Beim Künstlerbedarf bekommt man Spatel und Pinsel. Aus dem medizinischen Bereich kommen Kanülen, Pipetten und Spritzen. Auch normale Haushaltsgegenstände oder Naturprodukte wie Stachelschweinborsten, Holzstäbchen, Baumwolle können helfen.Teilweise müssen wir also ziemlich kreativ sein.

Zur Person

Daniel Usher ist Student des dualen Studienganges Archäologische Restaurierung an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und damit zugleich Auszubildender in der Restaurierung am Römisch-Germanischen Zentralmuseum. Im 5. Semester arbeitet er im Projekt Eisenrestaurierung.

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