Denkpause

Auf der Suche nach guten Ideen … mit Selma Gago Zachert

"Ich untersuche, wie Pflanzen sich vor widrigen Bedingungen und Krankheitserregern schützen. Dazu erforsche ich die molekularen Mechanismen, mit denen sie Umweltreize verarbeiten und darauf reagieren. Schon eine kleine Unaufmerksamkeit während der Experimente kann später zu Problemen führen oder sogar die Arbeit von Monaten vernichten. Ich leite eine Forschungsgruppe mit fünf Teammitgliedern. Und ich muss ständig über neue Fortschritte in meinem Gebiet auf dem Laufenden bleiben.

All das ist intellektuell oft sehr anstrengend und erfordert viel Konzentration. Überarbeitet fühle ich mich, wenn ich merke, dass die Deadlines sich häufen. Gerade dann braucht man aber gute Ideen. Ich weiß, dass die Kreativität erst zurück kommt, wenn ich den Kopf klar bekomme. Darum ordne ich zunächst meine Aufgaben nach Deadlines und Prioritäten. Wenn mir die Probleme unlösbar erscheinen, versuche ich nicht die ganze Zeit darüber nachzudenken, sondern konzentriere mich auf andere Aktivitäten. Meistens fallen mir nach dieser Pause spontan Ideen und Problemlösungen ein.

Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich nie genug Zeit für Sport finde. Aber ich versuche, eine Arbeitspause zu machen, wenn ich nach Hause komme (zumindest von Zeit zu Zeit). Ich liebe das Kochen. Die Zubereitung des Abendessens und des Mittagessens für den nächsten Tag ist ein gutes Mittel, um zu entspannen und an andere Dinge zu denken. Am Wochenende mache ich gerne lange Spaziergänge – dafür ist Halle perfekt. Die Saale fließt durch die Stadt und es gibt viele Parks und große Wälder."

Damit die Ideen wieder fließen: Ein Spaziergang an der Saale kann Wunder wirken.

Zur Person

Selma Gago Zachert ist Leiterin der Forschungsgruppe „Abwehrstoffwechsel“ am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle an der Saale.

Zu Gago Zacherts Forschungsgruppe 

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