Hinaus in die weite Welt

... mit Stefan Mommer

Als Doktorand am DWI – Leibniz-Institut für interaktive Materialien arbeitete ich an Zucker-basierten Polymeren, die fähig sind, sogenannte Hydrogele zu bilden. Hydrogele bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und bieten einige interessante mechanische Eigenschaften, die denen des menschlichen Gewebes ähneln. Je nach Zusammensetzung werden sie vom menschlichen Körper nicht abgestoßen und können als Gerüst für lebende Zellen dienen. Das Ziel meiner Arbeit ist, ideale Wachstumsbedingungen für die Zellen zu schaffen und so menschliches Gewebe künstlich herzustellen. Dieses könnte dann beispielsweise in Form von Verbänden zur Heilung chronischer Wunden eingesetzt werden.

Derzeit verbringe ich dreieinhalb Monate als Gastwissenschaftler an der Universität Osaka in Japan. In meinem Projekt stelle ich Hydrogele her und versuche, lebende menschliche Haut-Zellen in sie einzubetten. Die Labore hier vor Ort bieten mir die Möglichkeit, aus erster Hand biologische Techniken und Analysemethoden zu erlernen, die mir als Polymerchemiker zuvor weitehend verschlossen  waren.

Der Arbeitsalltag selbst ähnelt dem in Deutschland – bis auf einige Kleinigkeiten eben. So ist es hier völlig normal, vor dem Betreten der Labore die Straßenschuhe auszuziehen und in bereitgestellte Schlappen zu wechseln. Das hat hygienische Gründe. Und auch vom soliden Händeschütteln muss man sich als Europäer hier schnell verabschieden, da sich Japaner ausschließlich mit einer Verbeugung begrüßen. Untergebracht bin ich  in einem universitätsinternen Gasthaus, hier gehen eigentlich alle ausländischen Kollegen ein und aus, sei es für eine Woche oder ein Jahr.

©Stefan Mommer Stefan Mommer beim Sightseeing in Japan.

Japan hat kulturell immens viel zu bieten. Deshalb versuche ich, neben der Arbeit ein wenig zu reisen, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Kyoto und Tokyo habe ich bereits besucht, aber auch Ausflüge in ländliche Regionen unternommen. Kulinarisch gibt es hier natürlich einiges zu entdecken, für die Japaner selbst hat Osaka den Ruf der „Küche der Nation“. Das kann ich nur bestätigen: Neben den unzähligen regionalen Spezialitäten habe ich vor allem an Sushi, Udon (japanischen Teignudeln) und Tempura (Fisch im Teigmantel frittiert) Gefallen gefunden.

Zur Person

Stefan Mommer ist Doktorand am DWI – Leibniz-Institut für interaktive Materialien. Zum Abschluss seiner Dissertation verbringt er dreieinhalb Monate an der "Graduate School of Frontier Biosciences" der Universität Osaka. 

Top