Wäre ich nicht Wissenschaftler...

... mit Matthias Alke

Wenn ich nicht Wissenschaftler geworden wäre, wäre ich vermutlich am Theater gelandet, vielleicht als Dramaturg oder Theaterpädagoge.

Schon als Kind war ich vom Theater sehr begeistert. Mit meinen Cousinen und Cousins habe ich  eigene Stücke geschrieben und dann aufgeführt. Später in der Schule und im Studententheater habe ich auch sehr viel Theater gespielt. An der Uni kam dann der Vermittlungsgedanke hinzu, denn ich habe sowohl Theater- als auch Erziehungswissenschaft studiert. In einigen theaterpädagogischen Projekten habe ich mit Kindern und Erwachsenen gearbeitet. Meistens ging es darum sich über das Theaterspielen mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen oder neue Kompetenzen anzueignen.

Mittlerweile beschäftige ich mich mit Weiterbildungseinrichtungen und untersuche vor allem deren Organisations- und Managementprozesse. Im Vordergrund stehen zum Beispiel folgende Fragen: Wie können in den Einrichtungen gute Bildungsangebote aufgelegt und umgesetzt werden? Welche Steuerungs- und Managementformen sind dazu zielführend? Wie können (neue) Lernmöglichkeiten für Erwachsene entstehen und dauerhaft erhalten bleiben?

Bleibt dem Theater treu - jetzt als Zuschauer.

Organisationen sind für mich faszinierende Gebilde. Um zu verstehen, wie sie funktionieren, greife ich immer wieder auf meine Erfahrungen aus der Theaterwelt zurück. Es gibt unterschiedliche Rollen und vielfältige Prozesse, die miteinander koordiniert werden müssen. Wie im Theater gibt es auch in Organisationen Vorder- und Hinterbühnen, Maskeraden, Machtspiele und andere Vorgänge, die sich nur schwer steuern lassen. Als Forscher bin ich daran interessiert, die Oberflächen zu durchdringen und die Eigenlogik der Organisationen zu erfassen. Darüber entsteht dann auch die Möglichkeit, Ansatzpunkte zu finden, wie die Organisationen verändert und verbessert werden können.


Zur Person

Matthias Alke ist Wissenschaftler am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen. Mehr über ihn und seine Forschung erfährt man hier.

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