Welches spannende Projekt verfolgen Sie als Doktorand?

... mit Marco Fey

Können Terroristen mit 3D-Druckern Waffen herstellen? Lassen sich mit der Technologie Komponenten fertigen, die Staaten für geheime Atomwaffenprogramme benötigen? Was bezwecken China und die USA mit der Entwicklung von Hyperschallwaffen? Und wieso ist das nationale Raketenabwehrsystem der USA problematisch für strategische Stabilität? In meiner Forschung analysiere ich die Risiken, die sich aus der Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien wie additiver Fertigung und konventionellen strategischen Waffensystemen ergeben. Daraus entwickle ich dann Ideen, wie man diesen Risiken begegnen kann – beispielsweise durch Rüstungskontrolle.

An meiner Arbeit schätze ich die Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung hat eine lange Tradition der Politikberatung, in die auch der wissenschaftliche Nachwuchs früh eingebunden wird. Für meine Themen interessieren sich Bundestagsabgeordnete, Behörden und internationale Organisationen genauso wie Medien und Besucherinnen und Besucher von Podiumsveranstaltungen.

U.S. Missile Defense Agency / flickr.com Marco Fey untersucht, wie sich die Raketenabwehrpolitik der USA in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert hat.

Besonders reizvoll sind für mich die Auslandsaufenthalte, die meine Forschung mit sich bringt. Ein halbes Jahr lang war ich als Gastforscher an der George Washington University, um Experteninterviews für meine Doktorarbeit zu führen. Ein anderes Projekt brachte mich an die Royal Military Academy Sandhurst, wo ich beobachtet habe, wie britische Offiziersanwärterinnen und -anwärter ausgewählt und ausgebildet werden.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt bei aller Praxisnähe aber im akademischen Bereich. Der Spagat zwischen dem Publizieren von Artikeln sowie der Fertigstellung meiner Doktorarbeit auf der einen Seite und der Beschäftigung mit tagesaktuellen Entwicklungen, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit auf der anderen Seite ist sehr herausfordernd, macht für mich aber den besonderen Reiz des Jobs aus.

Meine Motivation ziehe ich vor allem aus der Hoffnung, mit meiner Forschung die Welt, die auch 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs noch nicht vor der Gefahr eines Atomkriegs gefeit ist, ein Stück weit sicherer zu machen.

Zur Person

Marco Fey ist Doktorand an der Goethe Universität Frankfurt und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). In seinem Dissertationsprojekt untersucht er die amerikanische Raketenabwehrpolitik zwischen 1995 und 2014.

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Schon heute lassen sich Waffen mit "additiver Fertigung" im 3D-Drucker ausdrucken. Im Videointerview erklärt Marco Fey, welche Risiken die Technologie birgt.

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