Welches spannende Projekt verfolgen Sie als Doktorandin?

... mit Elke Ackermann

Galápagos – was für ein Ort, um (eine) Geschichte zu schreiben. Die Inseln im Pazifischen Ozean sind weit mehr als Riesenschildkröten, Darwin-Finken oder ein „Schaufenster der Evolution“: In meinem Projekt gehe ich den Einfluss- und Interessenssphären internationaler Organisationen, den ecuadorianischen Entscheidungsträgern und Entwicklungsstrategien sowie den lokalen Widersprüchen auf den Grund, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Vorstellung von Galápagos geprägt haben.

Bei meinen Forschungen nehme ich mir das UNESCO-Welterbeprogramm und die zugrundeliegenden Debatten vor, um zu erklären, wie und warum Galápagos zum ersten Naturerbe der Menschheit bestimmt wurde. Das ist auch die Schnittstelle mit den Projekten meiner Kolleginnen unserer UNESCO-Welterbegruppe am Institut für Europäische Geschichte. Das Besondere an meinem Projekt ist die Tatsache, dass ich hier Teil eines tollen Forscherinnenteams bin, das unterschiedliche Aspekte in der Entstehung des Welterbeprogramms untersucht und gemeinsam diskutiert. Durch die spannenden Projekte konnte ich nach Aachen, Auschwitz/Krakau und Jerusalem reisen und vor Ort die spezifischen Kontexte und Kontroversen erarbeiten.

Forschung am Äquator: Elke Ackermann im Welterbe Galápagos.

Mein absolutes Highlight war die Reise zu den Galápagos-Inseln – auch wenn ich einen langen Atem für das Einholen der Forschungserlaubnis brauchte. Während meines Aufenthalts in der Charles Darwin Forschungsstation durfte ich eng mit Wissenschaftlern aus aller Welt zusammenleben. Über die Recherchen in den Archivbeständen hinaus war ich fasziniert von den Einblicken in die Feldforschung und der von allen geteilten Überzeugung, ihre Erkenntnisse zur Bewahrung der Inseln einzusetzen. Jedoch habe ich auch die politische Dimension erlebt, die jedes Handeln und Forschen der Akteure auf den Inseln durchdringt.

Durch die Erlebnisse in der außergewöhnlichen Inselwelt ist mir noch einmal das Privileg einer historischen Rückschau von außen bewusst geworden. Sie motivieren mich, meinen Blick für die politischen Prozesse in Wissenschaft, Naturschutz und Ökonomie auch in der historischen Analyse weiter zu schärfen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zur Person

Elke Ackermann ist Doktorandin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. In ihrem Projekt untersucht sie die Entstehungsgeschichte des Nationalparks Galápagos, der ersten UNESCO-Welterbestätte.

Top