Wäre ich nicht Wissenschaftlerin...

... mit Simone Schüller

Es mag ein starker Kontrast sein, aber wenn ich nicht Wissenschaftlerin wäre, wäre ich vielleicht Kunsthandwerkerin geworden. Mir gefällt die Vorstellung, Dinge mit meinen Händen zu schaffen, während ich bei meiner Forschung am Institut überwiegend mit dem Kopf arbeite. Es geht darum, aus Daten etwas über menschliches Verhalten zu lernen. Ich befasse mich mit den unterschiedlichsten Fragestellungen: In welchem Ausmaß wirken sich Terroranschläge auf ausländerfeindliche Einstellungen aus? Wie verändert das Internet unser Wahlverhalten?

Es fasziniert mich, solchen Fragen rigoros auf den Grund zu gehen, unter die Oberfläche zu blicken und mit Zahlen zu beziffern. Jede Forschungsfrage birgt ein Rätsel, das gelöst werden will. Ich bin auf der Jagd nach „natürlichen Experimenten“. Manchmal sind die Ergebnisse überraschend. Dann ist es besonders spannend, diese Daten auf Konferenzen vorzustellen und zu diskutieren.

Eine gelungene Forschungsarbeit braucht viel Zeit. Ein Ergebnis ist erst dann überzeugend, wenn es mehreren Robustheitstests Genüge trägt und definitiv ausgeschlossen werden kann, dass es sich lediglich um Scheinzusammenhänge handelt. Ich setze mich mit einer Fragestellung jahrelang auseinander. Das erfordert Durchhaltevermögen.

Romy Vinogradova Häkelmütze: Simone Schüller beginnt im Sommer mit den selbstgemachten Weihnachtsgeschenken.

In meiner Freizeit dagegen nähe, stricke, bastle ich und produziere so Stück für Stück etwas, dass man nach ein paar Stunden anfassen und benutzen kann. Meist handelt es sich um Geschenke für Freunde und Verwandte, zum Beispiel gehäkelte Mützen. Die Weihnachtsproduktion fängt sofort nach der Sommerpause an.

Zur Person

Simone Schüller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifo Zentrum für Industrieökonomik und neue Technologien des ifo Instituts in München.

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