Mein Weg in die Wissenschaft

…mit Joseph Saragusty

Ich habe Tiere immer geliebt. Ursprünglich wollte ich Tierarzt werden, aber zu meiner Zeit  gab es in Israel noch keine Tiermedizinische Fakultät. Ich wartete also, und währenddessen studierte ich Sinologie. Dabei verliebte ich mich in die chinesische Sprache, später in die chinesische Literatur. Und so machte ich weiter, sogar dann noch, als die Tiermedizinische Fakultät eröffnet wurde. Erst in Israel, dann in Taiwan. An Taiwan gefiel mir alles, also suchte ich mir dort einen Job. Erst wurde ich Leiter des Taiwan-Büros dieser Firma und schließlich Vizepräsident für die Geschäfte in Ostasien. An meinem 30. Geburtstag nahm ich mir vor: Wenn ich 40 werde, möchte ich eine Million Dollar besitzen und wieder studieren. Mit 40 hatte ich keine Million. Ich kündigte trotzdem, ging zurück nach Israel und studierte Veterinärmedizin. 

Doch im Studium wurde mir klar, dass es mich nicht interessierte. Hätte ich mit Anfang 20 Tiermedizin studiert, wäre ich ohne Zweifel Tierarzt geworden. Aber nun war ich 20 Jahre älter und suchte nach einer Aufgabe, die den Verstand stärker stimuliert als Laboruntersuchungen, Impfungen und Verschreibungen. Das Thema meiner Diplomarbeit faszinierte mich mehr: die Kryokonservierung, also das Einfrieren, von Elefantensperma. Sie führte zu einer Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.

Gabriela Galateanu Babyglück auch für andere bedrohte Dickhäuter: Zwergnilpferdmutter und Nachwuchs.

Ich studierte weiter und bekam 2007 das Angebot am Institut zu promovieren. Meine Methode führte zu den ersten Elefanten, die durch künstliche Besamung mit eingefrorenen und wieder aufgetauten Samen gezeugt wurden.

Ich habe gesehen, was wir Menschen der Erde antun. Nach all den Jahren in der Wirtschaft fand ich es an der Zeit, nicht immer nur zu nehmen. Ich verbessere die Reproduktion bedrohter Arten. Das ist mein Weg, etwas zurückzugeben.

Zur Person

Joseph Saragusty ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Reproduktionsmanagement des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

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